Logo Geschwister-Scholl Gesamtschule

Geschwister-
Scholl-
Gesamtschule

Sozialpraktikum

Seit einigen Jahren übernehmen die Schüler der Religionskurse in Jg. 10 Ehrenämter. Angeleitet und betreut von ihren Lehrern arbeiten sie in Einrichtungen, in den Menschen Hilfe suchen oder betreut werden, in Suppenküchen und auf Pflegestationen, in Kindergärten und in Altenheimen. Also, für einige Wochen kein Religionsunterricht im Klassenraum, sondern - viel mehr: Szenenwechsel.

Ist das noch Religionsunterricht? Durchaus, denn im aktuellen Kernlehrplan ev. Religion ist auf der Seite 30 ff. nachzulesen was die Schüler können sollen:

„Die Schülerinnen und Schüler können Konsequenzen aus dem christlich motivierten Einsatz für die Würde des Menschen für das eigene Verhalten ableiten.“  –  Gestaltungskompetenz heißt der Fachbegriff.  

Statt zwei Unterrichtsstunden im Klassenraum arbeiten die GSG-Schüler wöchentlich für einige Stunden in verschiedensten Einrichtungen. Fünf Wochen helfen sie dort mit:

·         In den Altenheimen St. Ewaldi in Aplerbeck, St. Elisabeth in Kurl, St. Josef in Derne, im Bruder-Jordan-Haus in Körne oder bei der AWO Tagespflegeinrichtung für Demenzkranke in Wickede oder anderen Häusern

·         In Einrichtungen für Obdachlose wie das Gast-Haus oder im Brückentreff, aber auch in der Suppenküche Kana in der Mallinckrodt-Straße. Oder bei der Dortmunder Tafel, der Herner Tafel oder den Jacke-wie-Hose-Läden der Diakonie.

·         Bei der Bahnhofsmission

·         In der Gemeindebücherei Asseln

Das sind fünf Wochen, in denen sich den Schülern oftmals eine ihnen fremde, völlig neue Welt erschließt. Sie können wahrnehmen und erfahren, dass ihre Mitarbeit wichtig und wertvoll ist. An einem Nachmittag für zwei, drei Stunden mit alten Menschen Mensch-ärgere-dich-nicht zu spielen, spazieren zu gehen oder einfach nur zuzuhören, oder den ganzen Samstagvormittag lang bei der Dortmunder Tafel Lebensmittel ausgeben, das ist schön und anstrengend zugleich. Die Beispiele ließen sich fortsetzen.

Zu Anfang gibt es natürlich Berührungsängste. Man weiß nicht, worauf man sich konkret eingelassen, auf welches Terrain man sich begeben hat. Aber zum Ende sind fast alle Schüler davon überzeugt, eine gute und wichtige Erfahrung für ihr Leben gemacht  zu haben und formulieren das auch so. Einige verlängern sogar ihr Engagement weit über die Praktikumszeit hinaus. Freiwillig! Diese Begeisterung ist immer wieder bei der Abschlusspräsentation vor den Schülern des 8. Jahrgangs zu spüren: Die Zehntklässler erzählen authentisch von ihren Erfahrungen, mit Powerpoint-Präsentationen oder selbst gemachte Diashows und die Achtklässler hören gespannt zu. Eine sehr gute und Mut machende Erfahrung!

Natürlich wird das Sozialpraktikum im Rahmen des Religionsunterrichts gründlich vorbereitet. Die Schüler lernen die verschiedenen Einrichtungen in der Region kennen, beschäftigen sich mit Obdachlosigkeit, Armut, den Problemen des Alters. Ein leitender Mitarbeiter eines Seniorenheimes kommt in den Unterricht und erörtert mit den Schülern Fragen zum Umgang mit alten Menschen.
Während des Praktikums besuchen die Religionslehrer ihre Schüler in den verschiedenen Einrichtungen. Auch sie machen neue und ungewohnte Erfahrungen mit Schülern, die sie oft nur aus dem Unterricht „kennen“. Zum Abschluss erhalten die Schüler ein Zertifikat der Schule, das ihr Praktikum und die geleistete Mitarbeit testiert.

Martin Wienke

Zusätzliche Informationen
 
 

Mehr zu:  

»Schulleben