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Geschwister-
Scholl-
Gesamtschule

DaZ-Konzept mit Leistungsbewertung

Geschwister-Scholl-Gesamtschule: Konzept für Seiteneinsteiger

Integration von Anfang an

Bei ihrer Ankunft an der Geschwister-Scholl-Gesamtschule werden die Kinder – ihrem vorausgegangenen Bildungsgang und ihrem Alter entsprechend – einer Regelklasse zugewiesen. Die Teilnahme am Unterricht der Regelklasse ermöglicht es den SuS:

·        Kontakte zu ihren Mitschülern aufzubauen

·        Sprache dadurch auch intuitiv zu lernen

·        schneller Akzeptanz zu finden

·        Hilfen durch Mitschüler zu bekommen

Intensiver Deutschunterricht in Seiteneinsteigerkursen (DaZ)

Zusätzlich erhalten die Schüler/innen intensiven Deutschunterricht in Seiteneinsteigerkursen:

·        Die z.Zt. 36 Kinder, die Deutsch als Zweitsprache an der GSG erlernen, werden je nach Förderbedarf mit 8-14 Stunden Deutschunterricht beschult.

·        Diese Unterrichtsstunden liegen nach Möglichkeit – besonders bei den jüngeren Schülern – überwiegend im Vormittagsbereich, parallel zu den gleichzeitig stattfindenden Fachunterrichten.

·        Sie werden von qualifizierten Lehrkräften (DaZ-Studium, Fortbildungen, Vorerfahrungen) durchgeführt (z.Zt. BREY, JARO, mittelfristig DITL und übergangsweise BOGU).

·        Die Schüler werden ihren Vorkenntnissen entsprechend auf drei verschiedenen Niveaustufen[1] unterrichtet:

o   DaZ 1: fortgeschrittene Anfänger: i.d.R. etwas älter, alphabetisiert, können weitgehend selbstständig arbeiten, Vorkenntnisse (ca. 10 Stunden zus. D-Unterricht)

o   DaZ 2: Anfänger mit geringen Vorkenntnissen, i.d.R. jüngere Schüler, die bereits etwas schreiben können bzw. alphabetisiert sind (ca. 15 Stunden zus. D-Unterricht)

o   DaZ 3: Anfängern ohne Vorkenntnisse - wird aufgrund der Erfahrungen im Schulj. 2016/17 kein eigener Kurs mehr angeboten, sondern die SuS nehmen an DaZ 2 teil. Falls die SuS Probleme im Lern- und Leistungs bzw. Sozialverhalten zeigen, informieren die DaZ-Lehrkräfte die KL und diese die AL, so dass die SuS in den Regelunterricht zurückversetzt werden, bis sie sich den DaZ-Kurs wieder „verdient“ haben. Die KL beobachten das Verhalten in der Klasse (Beeinträchtigung der Arbeitsatmophäre) und beraten sich ggf. mit den AL.

·         Die Zuweisung zu einem dieser 3 Niveaus erfolgt aufgrund standardisierter Testung (und ggf. nach Angaben der überweisenden Schule, Zeugnissen über Deutschkenntnisse der Herkunftslänger, Teilnahme an Sprachkursen, eigenen Angaben)

·        Langfristig sollen sich die Kurse an den GER-Stufen Stufen (Gemeinsamer Europäischer Referenzrahmen für Sprachen): A, B, C orientieren

A: Elementare Sprachverwendung
B: Selbstständige Sprachverwendung
C: Kompetente Sprachverwendung

Zurzeit befinden sich alle (frühestens im November 2015) aufgenommenen Schüler noch auf dem Level A1 (DaZ2/DaZ3) bzw. A2 (DaZ1) bzw. darunter.

·        Über die Zuweisung neu aufgenommener Kinder zu einer der Gruppen bzw. ggf. vorgenommener Umstufungen unterrichten die DaZ-Lehrerinnen die zuständige Abteilungsleitung umgehend. Die DaZ-Kurse sind ebenfalls in IBIS erfasst. Die Abteilungsleitung sorgt dafür, dass die Lehrkräfte der Regelklassen, denen die Seiteneinsteiger zugeordnet sind, ebenso umgehend informiert werden, damit den Klassen- und Fachlehrern aktualisierte Listen über die Seiteneinsteiger-Kurse vorliegen. Die Klassen erhalten jeweils aktualisierte Stundenplanübersichten, wann die DaZ-Kurse stattfinden, die im Klassenbuch liegen sollen.

·        Die Klassenlehrkräfte werden zu Beginn des Schuljahres in einer DaZ-Konferenz (Leitg. MANN) über Rahmenbedingungen der DaZ-Kurse sowie über die Leistungsbewertung informiert.

·        Die Klassen- und Fachlehrkräfte kontrollieren bei Fehlzeiten, ob die Seiteneinsteiger-SuS im DaZ-Unterricht sind, ansonsten werden die Fehlzeiten notiert.

·        Sollten die SuS beim DaZ-Unterricht fehlen, erhalten die Klassenlehrer/innen Nachricht von den DaZ-Kollegen/innen. Im Wiederholungsfall informieren die KL die Abteilungsleitung.

·        Sollte der DaZ-Unterricht entfallen, weil die Lehrkraft nicht anwesend ist, nehmen die Seiteneinsteiger-SuS regulär am Regelunterricht teil. Ggf. helfen Schüler-Mentoren in den Klassen beim Lesen des Vertretungsplans.

·        Der Förderzeitraum in den Seiteneinsteigerkursen beträgt in der Regel 2 Jahre (und kann bei Bedarf um ein halbes Jahr, in Ausnahmefällen auch um ein ganzes Jahr verlängert werden).

Leistungsbewertung:

Für die SuS der Seiteneinsteigerkurse gelten besondere Regeln der Leistungsbewertung:

In ihrem Deutsch-Förderkurs erhalten die SuS regelmäßig Rückmeldungen über ihren Sprachentwicklungsstand in Form von Selbsttests und bewerteten Tests. Am Ende des jeweiligen Halbjahres erhalten sie eine Bewertung ihres Leistungsstandes nach dem GER sowie in der Anlage einen Textkommentar zu Lernentwicklung, Arbeits- und ggf. Sozialverhalten.

Für alle Fächer der Regelklasse erhalten die SuS eine Zeugnisnote, wenn ihre Leistungen ausreichend oder besser sind; sollten die Leistungen den Anforderungen noch nicht im gewünschten Maße entsprechen, erhalten die SuS auch in diesen Fächern eine Anlage mit Textkommentar zu Lernentwicklung, Arbeits- und Sozialverhalten (vgl. Handreichung NEDE akt. 5.7.2016).

ZP-Vorbereitung:

Für SuS, die erst sehr spät – also erst in Klasse 9 oder 10 - zugewandert sind, sollten Möglichkeiten gezielter Förderung im Hinblick auf die Zentralen Prüfungen am Ende des Jahrgangs 10 geschaffen werden, besonders in den Fächern Deutsch und Mathematik:

·        Verständnis der Aufgabenstellungen und der damit verbundenen Erwartungen an Lösungswege

·        Sinnzusammenhänge in längeren Texten klar und verständlich darstellen

·        Mathematik: v.a. Vorbereitung auf Textaufgaben.

·        Nehmen die SuS auch an der Englisch-ZP teil, sollten sie auch hierauf gezielt vorbereitet werden.

Sprachersatzprüfung:

Können die SuS nicht an der Englisch-ZP teilnehmen, weil sie in ihrem Herkunftsland keinen Englischunterricht erhalten haben und es ihnen nicht möglich war, in Klasse 9 und 10 am Englischunterricht in der Form teilzunehmen, dass ein entsprechender Spracherwerb und somit eine

Benotung möglich gewesen wäre, werden diese SuS durch die Schule für die Sprachersatzprüfung

angemeldet. So können sie die erste Fremdsprache (Englisch) durch ihre Muttersprache ersetzen.

Ziele der Sprachförderung:

Ziel des Förderunterrichtes ist es, die Schüler schrittweise in die Lage zu versetzen, im Regelunterricht erfolgreich mitarbeiten zu können und einen Schulabschluss zu erreichen. Sie sollen ihren Wortschatz erweitern, die sprachliche Ausdrucksfähigkeit verbessern, dabei eine altersentsprechende Ausdrucksweise erlangen, das Hörverstehen trainieren, grundlegende grammatikalische Kenntnisse erwerben, Lesekompetenz und Rechtschreibung erlernen. Die in diesem Prozess gewonnenen Kenntnisse und Fähigkeiten werden das Selbstbewusstsein dieser Schüler stärken und entscheidend zur Integration beitragen.

 

Lehrplan:

Da es noch keinen ausgearbeiteten Lehrplan für DaZ in Nordrhein-Westfalen gibt, wird den DaZ-Lehrkräften empfohlen, sich am 2001 erschienenen bayerischen Lehrplan DaZ – Weiterführende Schulen – zu orientieren, die auch die Grundlage der Lehrpläne mehrerer anderer Bundesländer darstellt.

Grundsätzlich gelten als wesentliche Ziele:
• Aufbau des Wortschatzes
• Einüben der sprachlichen Kommunikationsmittel
• Entwicklung der Schriftsprache.

Medien: In den DaZ-Kursen wird z. Zt. folgendes Lehrwerk verwendet: genial, Deutsch für Jugendliche, Langenscheidt



[1] „Echte“ Analphabeten, die über keine Schriftsprachlichkeit verfügen, werden in gesonderten Kursen an anderen Schulen unterrichtet. Da im Laufe des Schuljahres immer wieder SuS ohne Deutschkenntnisse angemeldet werden, verändert sich besonders die Zusammensetzung der Gruppen ständig.

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